Security update: The recent PHP vulnerabilities don’t affect us. None of our products or infrastructure use PHP. We’ve also reviewed our app after the recent Shopify checkout phishing attack and ran Shopify’s new security check. No issues were found.

EU Withdrawal Button Guide

Muster-Widerrufsformular für Shopify

Das Muster-Widerrufsformular musst du in deinem Shop bereitstellen, deine Kunden müssen es aber nicht benutzen. Der amtliche Text, was er mit dem Widerrufsbutton nach § 356a BGB zu tun hat, wo er in Shopify hingehört und bei welchen Fehlern die Widerrufsfrist gar nicht erst beginnt.

Updated
Reading time
8 min

Auf einen Blick

  • Pflicht für dich:Du musst über das Muster-Widerrufsformular aus der Anlage 2 zum EGBGB informieren (Art. 246a § 1 Abs. 2 EGBGB).
  • Freiwillig für den Kunden:Eine eindeutige E-Mail oder ein Brief reicht (§ 355 Abs. 1 BGB).
  • Nicht dasselbe wie der Widerrufsbutton:Seit dem 19. Juni 2026 brauchst du zusätzlich die Widerrufsfunktion nach § 356a BGB.
  • In Shopify: Formular unter die Widerrufsbelehrung in den Richtlinien, als PDF zum Download und als Text in die Bestellbestätigung.

Das Muster-Widerrufsformular im Wortlaut

Das Muster steht in der Anlage 2 zum Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (EGBGB). Es ist kurz und lautet in der aktuellen Fassung, wie sie auf gesetze-im-internet.de steht:

Anlage 2 zu Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 und § 2 Abs. 2 Nr. 2 EGBGB

Muster-Widerrufsformular

(Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück.)

  • An [hier ist der Name, die Anschrift und die E-Mail-Adresse des Unternehmers durch den Unternehmer einzufügen]:
  • Hiermit widerrufe(n) ich/wir (*) den von mir/uns (*) abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Waren (*)/die Erbringung der folgenden Dienstleistung (*)
  • Bestellt am (*)/erhalten am (*)
  • Name des/der Verbraucher(s)
  • Anschrift des/der Verbraucher(s)
  • Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier)
  • Datum

(*) Unzutreffendes streichen.

Den Platzhalter in der ersten Zeile füllst du aus: Name, Anschrift und E-Mail-Adresse deines Unternehmens, wie im Impressum. Alles andere füllt der Kunde aus. Für einen Shop, der nur Waren verkauft, kann die erste Zeile so aussehen:

Ausgefüllte erste Zeile (Beispiel)

An Beispiel GmbH, Musterstraße 1, 10115 Berlin, widerruf@beispiel-shop.de:

Pflicht für dich, freiwillig für den Kunden

Viele Händler verwechseln zwei Dinge. Du musst das Formular anbieten. Der Kunde muss es nicht benutzen.

Deine Pflicht folgt aus Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EGBGB. Steht dem Kunden ein Widerrufsrecht zu, informierst du ihn über „die Bedingungen, die Fristen und das Verfahren für die Ausübung des Widerrufsrechts nach § 355 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie das Muster-Widerrufsformular in der Anlage 2“. Diese Information schuldest du, bevor er bestellt (Art. 246a § 4 Abs. 1 EGBGB). Wie du die Belehrung selbst formulierst, steht im Leitfaden zur Muster-Widerrufsbelehrung.

Für den Kunden gilt dagegen § 355 Abs. 1 S. 2 bis 4 BGB:

§ 355 Abs. 1 S. 2 bis 4 BGB im Wortlaut

Der Widerruf erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Unternehmer. Aus der Erklärung muss der Entschluss des Verbrauchers zum Widerruf des Vertrags eindeutig hervorgehen. Der Widerruf muss keine Begründung enthalten.

Die Muster-Widerrufsbelehrung in der Anlage 1 sagt dem Kunden genau das: Er kann das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, „das jedoch nicht vorgeschrieben ist“. Ein Widerruf per E-Mail mit dem Satz „Ich widerrufe meine Bestellung #1042“ reicht also aus.

Lässt du das Formular weg, hat das Folgen: Nach § 356 Abs. 3 BGB beginnt die Widerrufsfrist nicht, bevor du nach Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EGBGB informiert hast. Das Widerrufsrecht erlischt dann erst zwölf Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware (§ 356 Abs. 4 BGB). Wie die Frist normalerweise läuft, zeigt der Leitfaden zur Widerrufsfrist von 14 Tagen.

Widerrufsformular oder Widerrufsbutton?

Seit dem 19. Juni 2026 verlangt § 356a BGB von Online-Shops eine Widerrufsfunktion, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“ und abgeschlossen mit „Widerruf bestätigen“. Sie ersetzt das Muster-Widerrufsformular nicht. Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EGBGB nennt beides nebeneinander: das Muster-Widerrufsformular „sowie gegebenenfalls“ das Bestehen und die Platzierung der Widerrufsfunktion. Die Unterschiede:

Muster-Widerrufsformular nach Anlage 2 EGBGB und Widerrufsfunktion nach § 356a BGB im Vergleich.
 Muster-WiderrufsformularWiderrufsfunktion (Button)
GrundlageAnlage 2 zum EGBGB, Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EGBGB§ 356a BGB, seit dem 19. Juni 2026
Pflicht für dichJa, bei Fernabsatzverträgen mit Widerrufsrecht musst du darüber informieren.Ja, bei Fernabsatzverträgen über eine Online-Benutzeroberfläche.
Pflicht für den KundenNein, „nicht vorgeschrieben“ (Anlage 1)Nein, auch E-Mail oder Brief bleiben wirksam.
FormText zum Ausfüllen, per Post oder E-Mail zurückFunktion im Shop: „Vertrag widerrufen“, dann „Widerruf bestätigen“
UnterschriftNur bei Mitteilung auf PapierKeine
EingangsbestätigungKeine gesetzliche Pflicht, wenn der Kunde per Post oder E-Mail widerruftPflicht, unverzüglich, mit Inhalt, Datum und Uhrzeit (§ 356a Abs. 4 BGB)

Daneben gibt es eine dritte, freiwillige Variante: Nach § 356 Abs. 1 BGB kannst du Kunden das Muster-Widerrufsformular oder eine andere eindeutige Widerrufserklärung auf deiner Webseite ausfüllen und übermitteln lassen. Dann musst du den Zugang des Widerrufs „unverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger“ bestätigen. Alle Details zum Button stehen im Leitfaden Widerrufsbutton für Shopify.

So bietest du das Formular in Shopify an

Das Formular sollte an drei Stellen stehen: in der Widerrufsbelehrung, als Download und in der Bestellbestätigung.

1. Unter der Widerrufsbelehrung in den Richtlinien

  1. Im Shopify-Adminbereich zu Einstellungen > Richtlinien gehen.
  2. Im Abschnitt „Schriftliche Richtlinien“ die Rückgabebedingungen öffnen, in denen deine Widerrufsbelehrung steht.
  3. Ist „Automatisierte Richtlinie verwenden“ aktiviert, die Option deaktivieren. Sonst kannst du den Text nicht selbst pflegen.
  4. Das Muster-Widerrufsformular unter die Belehrung setzen und speichern.

Shopify verlinkt die Richtlinien standardmäßig in der Checkout-Fußzeile. Direkt erreichbar ist die Seite unter /policies/refund-policy. Unter Inhalt > Menüs kannst du sie zusätzlich in dein Footer-Menü aufnehmen. Hast du Produkte ohne Widerrufsrecht im Sortiment, gehört der Hinweis darauf in denselben Text, siehe Ausnahmen vom Widerrufsrecht.

2. Als PDF zum Download

Manche Kunden möchten das Formular ausdrucken. Lade eine PDF unter Inhalt > Dateien hoch, kopiere über den Button „Link“ neben der Datei die Adresse und setze den Link unter das Formular in der Widerrufsbelehrung. Die PDF enthält denselben Text, mit deinen Daten in der ersten Zeile.

3. In der Bestellbestätigung

Nach § 312f Abs. 2 BGB schickst du nach dem Kauf eine Vertragsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger, spätestens bei Lieferung. Sie muss die Angaben nach Art. 246a EGBGB enthalten, also auch Belehrung und Formular, außer du hast sie dem Kunden schon vor Vertragsschluss auf einem dauerhaften Datenträger gegeben. Ein dauerhafter Datenträger muss geeignet sein, die Erklärung „unverändert wiederzugeben“ (§ 126b BGB). Ein Link auf deine Shopseite, die du jederzeit ändern kannst, ist deshalb riskant. Sicherer ist der Text in der E-Mail selbst:

  1. Im Shopify-Adminbereich zu Einstellungen > Benachrichtigungen gehen.
  2. „Benachrichtigungen an Kund:innen“ und dann „Bestellbestätigung“ öffnen.
  3. Auf „Code bearbeiten“ klicken und Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular am Ende des E-Mail-Textkörpers (HTML) einfügen.
  4. Speichern und über „Test-E-Mail senden“ prüfen, wie die E-Mail ankommt.

Den Link zur PDF kannst du zusätzlich in die E-Mail setzen, als Service für Kunden, die ausdrucken wollen.

4. Zusätzlich: die Widerrufsfunktion

Formular und Belehrung decken die Pflicht nach § 356a BGB nicht ab. Dafür brauchst du eine Widerrufsfunktion im Shop. Complimus fügt deinem Shopify-Shop ein Online-Widerrufsformular hinzu, eingebettet in eine Seite oder als Popup über einen Footer-Link, ohne Code. Gastkunden nutzen es ohne Anmeldung. Der Kunde erhält sofort eine Eingangsbestätigung per E-Mail mit Bestellung, Artikeln sowie Datum und Uhrzeit des Eingangs, und du siehst jeden Widerruf mit seiner Erstattungsfrist. Das Modul ist in jedem Tarif kostenlos. Das Muster-Widerrufsformular aus der Anlage 2 erstellt Complimus nicht. Das stellst du wie oben beschrieben selbst bereit.

Häufige Fehler

  • Das Formular fehlt ganz.Manche Shops haben nur eine Belehrung. Dann beginnt die Widerrufsfrist nicht (§ 356 Abs. 3 BGB).
  • Der Platzhalter bleibt stehen. „[hier ist der Name, die Anschrift und die E-Mail-Adresse des Unternehmers … einzufügen]“ muss durch deine Daten ersetzt werden, mit einer E-Mail-Adresse, die auch gelesen wird.
  • Das Formular wird zur Pflicht gemacht.Sätze wie „Widerrufe nur mit beiliegendem Formular“ widersprechen § 355 Abs. 1 BGB und der Muster-Belehrung.
  • Zusätzliche Pflichtfelder.Widerrufsgrund, Kundennummer oder Retourennummer haben im Muster nichts zu suchen. Einen Grund muss der Kunde nicht nennen (§ 355 Abs. 1 S. 4 BGB).
  • Retourenschein statt Widerrufsformular. Ein Rücksendeschein regelt den Versand, er ist nicht das Muster aus der Anlage 2.
  • Nur ein Link in der Bestellbestätigung.Setz den Text in die E-Mail (§ 312f Abs. 2, § 126b BGB).
  • Formular und Button verwechselt.Eine PDF zum Download ist keine Widerrufsfunktion nach § 356a BGB, und der Button ersetzt das Formular nicht.

Häufige Fragen

Muss ich das Muster-Widerrufsformular in meinem Shop anbieten?

Ja. Steht deinen Kunden ein Widerrufsrecht zu, musst du sie, bevor sie bestellen, über das Muster-Widerrufsformular in der Anlage 2 zum EGBGB informieren (Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1, § 4 Abs. 1 EGBGB). Fehlt es, beginnt die Widerrufsfrist nicht (§ 356 Abs. 3 BGB), und das Widerrufsrecht kann bis zu zwölf Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware bestehen (§ 356 Abs. 4 BGB).

Muss der Kunde das Widerrufsformular benutzen?

Nein. Der Widerruf erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Unternehmer, aus der der Entschluss zum Widerruf eindeutig hervorgeht (§ 355 Abs. 1 S. 2 und 3 BGB). Eine E-Mail, ein Brief oder die Widerrufsfunktion genügen. Die Muster-Widerrufsbelehrung sagt es ausdrücklich: Das Formular ist „nicht vorgeschrieben“.

Ersetzt der Widerrufsbutton das Muster-Widerrufsformular?

Nein. Art. 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EGBGB verlangt beides: die Information über das Muster-Widerrufsformular und, wo eine Widerrufsfunktion nach § 356a BGB Pflicht ist, die Information über deren Bestehen und Platzierung. Das Formular bleibt, der Button kommt seit dem 19. Juni 2026 hinzu.

Darf ich das Muster-Widerrufsformular verändern?

Du füllst die Platzhalter aus: Name, Anschrift und E-Mail-Adresse deines Unternehmens. Zusätzliche Pflichtfelder wie einen Widerrufsgrund oder eine Retourennummer solltest du nicht einbauen, denn der Widerruf muss keine Begründung enthalten (§ 355 Abs. 1 S. 4 BGB), und das Gesetz verweist auf das Muster in der Anlage 2.

Reicht ein Link zum Formular in der Bestellbestätigung?

Darauf solltest du dich nicht verlassen. Die Vertragsbestätigung nach § 312f Abs. 2 BGB muss die Angaben nach Art. 246a EGBGB auf einem dauerhaften Datenträger enthalten. Eine Webseite, die du jederzeit ändern kannst, gibt die Erklärung nicht sicher unverändert wieder (§ 126b BGB). Sicherer ist der Formulartext direkt in der E-Mail.

Erstellt Complimus das Muster-Widerrufsformular für mich?

Nein. Complimus fügt deinem Shopify-Shop die Widerrufsfunktion nach § 356a BGB hinzu: ein Online-Widerrufsformular, eingebettet in eine Seite oder als Popup, mit Eingangsbestätigung per E-Mail. Das Muster-Widerrufsformular aus der Anlage 2 stellst du selbst bereit, etwa mit dem Text auf dieser Seite.

Weiterführendes

Stand: 4. November 2026. Dieser Leitfaden ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Dein Widerrufsbutton, ohne Code.
Installiere Complimus, füg das Widerrufsformular in eine Seite oder deinen Footer ein, und der Eingang jedes Widerrufs wird automatisch per E-Mail bestätigt. Kostenlos in jedem Tarif.
Bei Shopify installieren